Klage gegen UPS wegen Nichtvergabe eines leidensgerechten Arbeitsplatzes

Bericht : Labournet.de

 

Seit 1996 ist Fritz Wilke als Kfz-Mechaniker für Nutzfahrzeuge am UPS-Standort Langenhagen beschäftigt – vielen bekannt als Sprachrohr der Gruppe “Frischer Wind” bei UPS Hannover. Als er aufgrund einer dauerhaften Einbuße der körperlichen Beweglichkeit diese Tätigkeit nicht mehr ausführen konnte, bot UPS ihm jedoch keine Arbeit an, die er mit seinen gesundheitlichen Einschränkungen hätte ausführen können (sog. “leidensgerechte” Arbeit). Obwohl im August 2015 eine Stelle innerbetrieblich ausgeschrieben wurde, die Fritz Wilke gerne angenommen hätte, wurde sie ihm weder angeboten, noch wurde der Betriebsrat und die Schwerbehindertenvertretung bei der Stellenbesetzung ordnungsgemäß beteiligt. Er hatte sich fristgerecht auf diese Arbeitsstelle beworben, die seinem Grad der Behinderung (GdB) entsprechend, leidensgerecht ist. Dass er sich fristgerecht beworben hatte, hat UPS auch schriftlich bestätigt. Vergeben haben sie den Arbeitsplatz an einen Kollegen ohne GdB… Zwar schloss UPS mit dem Gesamtbetriebsrat eine “Rahmenvereinbahrung über betriebliche Prävention in Verbindung mit einem Eingliederungsmanagment und Integrationsvereinbahrung” ab. Aber im Fall von Fritz Wilke hält sich UPS nicht daran und zwingt ihn damit, Arbeiten auszuführen, von denen zu befürchten ist, dass sie seinen gesundheitlichen Zustand in Zukunft noch weiter verschlimmern. Dagegen klagt nun Fritz Wilke beim Arbeitsgericht Hannover. Die Klageschrift von Fritz Wilkes Rechtsanwältin gegen UPS vom 29. Februar 2016 liegt uns vor. Aus unserer Erfahrung heraus können wir anhand dieser Informationen nicht ausschließen, dass Fritz für sein bisheriges gewerkschaftliches Engagement in Sachen Betriebsrat und Betriebsratswahl abgestraft werden soll – ein Kündigungsversuch ist bereits gescheitert… Die Herausforderung einer krankheits- oder verhaltensbedingten Kündigung ist dabei allzu oft ein Mittel der Wahl! Daher rufen wir zu Solidaritätserklärungen und/oder Protestnoten auf! Siehe Details zur Gerichtsverhandlung am 17.03.2016 sowie Protestadressen im Beitrag:

  • Die Güteverhandlung zur eingereichten Klage (Aktenzeichen 12 Ca 85/16) findet am 17.03.2016 um 11:10 Uhr, im Sitzungssaal 08, vor dem Arbeitsgericht in Hannover statt. Wir bitten alle, die in der Nähe beheimatet sind, ganz herzlich um personelle Unterstützung bei der anstehenden Güterverhandlung: Arbeitsgericht Hannover (Fachgerichtszentrum)
    Leonhardtstraße 15
    30175 Hannover
  • Solidaritätserklärungen und Protestnoten bitte per E-Mail an FritzWilke unter – vf750@gmx.net – und an die Adressen von UPS:
    • UPS Hannover
      Personalabteilung Herr Frank Petelkau
      Rehkamp 15
      30853 Langenhagen
      E-Mail : fpetelkau@ups.com
    • oder an den Sachbearbeiter und hauseigenen Rechtsanwalt von UPS der seinen Fall bearbeitet:
      UPS Neuss
      Rechtsanwalt Michael Göres
      Görlitzer Landstraße 1
      41460 Neuss
      Fax 02131 / 154-8659

http://www.labournet.de/interventionen/solidaritaet/klage-gegen-ups-wegen-nichtvergabe-eines-leidensgerechten-arbeitsplatzes/

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